Axarquía bangt vor neuen Starkregen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Andalusien

Axarquía bangt vor neuen Starkregen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Nach dem Unwetter ist vor dem Unwetter

Kaum haben sich die Wolken über der östlichen Provinz Málaga kurz gelichtet, geht die Angst vor den nächsten Schauern um. Die Bewohner von Comares und Benamargosa blicken erneut sorgenvoll gen Himmel. Der Grund: Die Meteorologen sagen für die kommenden Stunden weitere Niederschläge voraus – und die Region ist nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres sensibilisiert.

Besonders drastisch waren die Bilder vom vergangenen Sonntag. In Benamargosa registrierte die Messstation Salto del Negro innerhalb von nur zwei Stunden 83,5 Liter Regen pro Quadratmeter. Zwischen 15 und 16 Uhr fiel dabei die Hälfte der Gesamtmenge. Ein Wert, den die zuständige Wasserbehörde Hidrosur als außergewöhnlich hoch einstuft – ein Indiz für die Intensität, mit der die Natur hier zuschlagen kann.

Am Dienstag keine offiziellen Warnungen – doch die Gefahr bleibt

Trotz der angespannten Lage gibt es für diesen Dienstag keine aktiven Unwetterwarnungen. Die Prognosen der staatlichen Wetteragentur AEMET bleiben jedoch vage: Für die Komarka Axarquía besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit von Niederschlägen, die sich über den Tag verteilen sollen. In Comares etwa liegt die Regenwahrscheinlichkeit bei beachtlichen 95 Prozent – sowohl in der Nacht als auch am Vormittag und Nachmittag. Erst in den Folgetagen soll sich die Lage wieder beruhigen.

Die AEMET weist allerdings darauf hin, dass ihre Vorhersagen lediglich für den jeweiligen Hauptort gelten. Gerade in Gemeinden wie Comares und Benamargosa mit ihren zahlreichen Weilern und verstreuten Siedlungen könne das Wetter lokal stark variieren – ein Faktor, der die Planungen erschwert.

Erinnerungen an den zerstörerischen Herbst 2024

Die aktuelle Wetterlage weckt schmerzhafte Erinnerungen: Im Herbst 2024 hatten mehrere Unwetter die Infrastruktur der Axarquía schwer getroffen. Straßen wurden weggerissen, Wege unpassierbar, Trinkwasserversorgungen lahmgelegt. Benamargosa traf es damals besonders hart, als der Fluss über die Ufer trat und massive Schäden anrichtete.

In Comares liegt die Gefahr weniger im Wasser selbst als in der Topografie: Die Gemeinde thront auf einem Felsen, umgeben von steilen Hängen und Schluchten. Wenn dort die Regenmassen niedergehen, verwandeln sich Feldwege in reißende Bäche, Geröll und Schlamm können Fahrbahnen blockieren und kleine Verbindungsstraßen unbenutzbar machen.

Ein Segen für die Natur – ein Fluch für die Infrastruktur

So paradox es klingt: Die Axarquía braucht den Regen dringend. Nach langen Dürreperioden mit hohen Temperaturen ist jeder Tropfen für Landwirtschaft und Natur willkommen. Doch wenn die Niederschläge in so kurzer Zeit und solcher Heftigkeit fallen, kippt der Nutzen in die Gefahr: plötzliche Überschwemmungen, Erdrutsche, überflutete Straßen.

Für die kommenden Stunden gilt daher: Warten und beobachten. Die Lage kann sich in dieser Region binnen weniger Minuten grundlegend ändern – das haben die vergangenen Jahre eindrucksvoll gezeigt. Wie die Nachrichtenplattform Axarquía Plus berichtet, bleibt die Frage nicht ob, sondern wann und wo die nächsten Wolkenbrüche niedergehen. Die Anwohner beider Orte wissen: Ein Blick zum Himmel kann hier über Sicherheit oder Gefahr entscheiden.


Quelle: axarquiaplus.es

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