
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Ausländerkauf in Spanien bricht deutlich ein
Ausländische Investoren halten sich zurück
Der Immobilienmarkt in Spanien spürt die Zurückhaltung ausländischer Kapitalgeber. Wie aus Daten des Consejo General del Notariado hervorgeht, haben Käufer aus dem Ausland, die nicht in Spanien ansässig sind, zwischen Januar und Juni lediglich 22.940 Objekte erworben. Das entspricht einem Minus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und markiert den niedrigsten Stand seit den Pandemiejahren. Allein im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2025 wurden 5.048 Immobilien weniger verkauft.
Nach dem Ende der Corona-Krise hatte die Nachfrage ausländischer Investoren 2022 noch einen Rekordwert von 33.510 Transaktionen erreicht. Seitdem sinkt die Kurve kontinuierlich und hat nun das Niveau von vor 2020 wieder erreicht.
Preise bleiben auf Rekordniveau
Trotz der geringeren Nachfrage zahlen ausländische Nicht-Residenten weiterhin außergewöhnlich hohe Summen. Im Schnitt liegen die Kaufpreise dieser Gruppe bei 3.493 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Ausländische Residenten zahlen 2.102 Euro, spanische Käufer im Schnitt 1.971 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt das Preisniveau der externen Investoren um beachtliche 77 Prozent über dem der einheimischen Käufer.
Besonders auffällig ist die Preisschere zwischen Nicht-Residenten und Residenten aus demselben Herkunftsland. Bei Venezolanern klafft die Differenz besonders weit auseinander: Während im Land lebende Venezolaner durchschnittlich 1.664 Euro pro Quadratmeter ausgeben, investieren ihre Landsleute aus dem Ausland im Schnitt 7.067 Euro pro Quadratmeter. Auch bei Käufern aus Ecuador, Marokko und Kolumbien übersteigt der Unterschied die Marke von 2.000 Euro pro Quadratmeter.
Regionale Schwerpunkte bleiben stabil
Die geografische Verteilung der Käufe zeigt kaum Veränderungen. Die Comunidad Valenciana bleibt mit 9.250 Transaktionen das mit Abstand beliebteste Ziel für ausländische Nicht-Residenten und vereint 40,3 Prozent aller Abschlüsse dieser Gruppe auf sich. Dahinter folgen Andalusien mit 5.800 Käufen, die Kanarischen Inseln mit 2.046 sowie Murcia und Katalonien mit 1.780 beziehungsweise 1.777 Transaktionen. Auf alle übrigen Autonomen Gemeinschaften entfallen weniger als neun Prozent der Geschäfte.
Bei den Nationalitäten dominieren Niederländer mit 12,6 Prozent aller Käufe, gefolgt von Deutschen (11,8 Prozent), Briten (10,4 Prozent) und Polen (8,1 Prozent). Allerdings sind auch hier Rückgänge zu verzeichnen. Besonders deutlich fällt der Rückgang bei britischen Käufern aus: Ihre Transaktionen sanken von 3.296 auf 2.388. Auch deutsche Investoren reduzierten ihre Aktivität um 557 Käufe.
Regionale Präferenzen der Nationalitäten
Die Vorlieben der Käufer unterscheiden sich stark nach Herkunftsland. Niederländer konzentrieren sich besonders auf Murcia (17,8 Prozent), die Comunidad Valenciana (15,8 Prozent) und Andalusien (13,4 Prozent). Deutsche bevorzugen die Balearen (52,5 Prozent) sowie Kastilien-La Mancha (26,5 Prozent) und die Kanaren (22,3 Prozent). Briten sind ebenfalls stark in Murcia vertreten (25,6 Prozent) und kaufen zudem häufig in Andalusien (13,7 Prozent) und auf den Balearen (8,8 Prozent). Polen konzentrieren sich auf die Comunidad Valenciana (11,4 Prozent), Andalusien (8,1 Prozent) und Murcia (7,5 Prozent).
Betrachtet man alle ausländischen Käufer in Spanien – sowohl Residenten als auch Nicht-Residenten – so kamen sie zwischen Januar und Juni auf insgesamt 62.327 Transaktionen, was einem Anteil von 18,3 Prozent am Gesamtmarkt entspricht. Auch bei den im Land lebenden Ausländern gingen die Käufe um 9,7 Prozent zurück, blieben mit 39.387 Transaktionen jedoch auf vergleichsweise hohem Niveau.
Die Preise für Immobilien sind in allen Käufergruppen weiter gestiegen: bei Nicht-Residenten um 11,8 Prozent, bei Residenten um 9,8 Prozent und bei einheimischen Käufern um 8,7 Prozent. Die Schere zwischen ausländischen Nicht-Residenten und Residenten hat damit einen neuen Rekordwert erreicht und liegt nun bei durchschnittlich 1.391 Euro pro Quadratmeter.
Wie das Nachrichtenportal 20 Minutos berichtet, spiegeln die Zahlen die anhaltende Sonderstellung externer Investoren auf dem spanischen Immobilienmarkt wider – sowohl bei der Preisentwicklung als auch bei der Nachfrage.
Quelle: 20minutos.es