Atlético-Baleares-Präsident sucht Mitstreiter

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Atlético-Baleares-Präsident sucht Mitstreiter

von Redaktion

Nach einer Saison auf dem zweiten Platz blickt Ingo Volckmann, Präsident des Atlético Baleares, mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die vergangenen Monate. Im Gespräch mit dem Diario de Mallorca analysiert er die Gründe für das Verpassen der Meisterschaft, die Chancen im Aufstiegs-Playoff und spricht über seine eigene, zunehmend schwere finanzielle Bürde.

Verletzungen kosteten möglicherweise die Meisterschaft

"Ja und nein", antwortet Volckmann auf die Frage, ob er mit der Saison zufrieden sei. Der Grund für die Zwiespältigkeit sind vor allem personelle Ausfälle im Sturm. "Wir haben mit Florin und Jaume Tovar zwei sehr gute Stürmer gestartet. Tovar fehlte drei, vier Spiele verletzt, und Florin war gar nicht da", so der Präsident. In seiner Analyse ist das der entscheidende Punkt: "Wenn wir beide gehabt hätten, bin ich sicher, dass wir Meister geworden wären." Stattdessen gratulierte er dem verdienten Meister Sant Andreu. Für den Baleares geht es nun erneut in das Aufstiegs-Playoff, in das das Team mit einer Serie von fünf Siegen in Folge geht. Volckmann bleibt jedoch vorsichtig: "Ich erinnere mich an letztes Jahr, wo wir mit dem Trainer kein Spiel verloren hatten und dann das wichtigste verloren. Dieses Jahr sage ich nichts, wir werden sehen, was passiert."

Neben der eigenen Mannschaft hat auch der mallorquinische Rivale CE Poblense die Playoffs erreicht, was Volckmann "absolut" überrascht. "Sie waren die ganze Saison da oben und haben großartige Arbeit geleistet", stellt er anerkennend fest. Sein Wunsch: "Hoffentlich steigen beide mallorquinischen Teams auf."

Die Suche nach finanzieller Entlastung

Die größten persönlichen Aussagen des Präsidenten drehen sich um die ökonomische Zukunft des Clubs. Nach eigenen Angaben hat Volckmann in elf Jahren Millionen in den Verein investiert, inklusive der Stadionmodernisierung. "Es sind elf Jahre, und jetzt tut es schon mehr weh", gesteht er. Die wirtschaftliche Lage in seinem Heimatland Deutschland sei schwierig, auch wenn es ihm persönlich noch gut gehe. "Es kostet mich sehr viel Geld, das ist das einzige Problem."

Wie der Diario de Mallorca berichtet, sucht Volckmann daher aktiv nach Unterstützung. "Ich habe es schon vor einem Jahr gesagt: Ich brauche Leute, die mir helfen, weil ich allein nicht zwei Millionen jede Saison ausgeben kann." Er betont, dass er den Club nicht im Stich lassen werde, aber: "Ich suche jemanden, das ist kein Geheimnis." Es laufen bereits Gespräche mit potenziellen Partnern. Sollte sich niemand finden, will er noch "ein oder zwei Jahre" weitermachen. Langfristig sei die Hilfe aber notwendig, auch um mehr Zeit für seine Familie zu haben. Diese Entscheidung sei unabhängig vom Ausgang der Playoffs.

Schlüsselspieler und Zukunft von Jaume Tovar

Sportlich setzt Volckmann große Hoffnungen auf das Duo Moha Keita und Jaume Tovar, die für ihn "auf höchstem Niveau" spielen müssen, um den Aufstieg zu schaffen. Besonders der torreiche Tovar weckt Begehrlichkeiten. "Es gibt Leute, die ihn beobachten, bei so vielen Toren", so Volckmann. Sein klares Statement: "Wenn wir aufsteigen, hat er hier einen Vertrag. Dann steigen wir auf, und damit hat es sich." Er lacht, weil er eigentlich nichts sagen wollte.

Trotz der finanziellen Sorgen spürt der Präsident weiterhin große Verbundenheit. Er erzählt von anfeuernden Rufen auf der Straße, sogar von einem Lastwagenfahrer. Die wahre Unterstützung wünscht er sich jedoch im Stadion. "Im Playoff werden wir viele Leute mobilisieren, das ist entscheidend." Die Erinnerung an die ausverkauften Derbys im benachbarten Son Malferit mit "brutaler Atmosphäre" treibt ihn dabei an.

Ob am Ende der Traum vom Aufstieg in die nächste Liga wahr wird? Ingo Volckmann traut sich kein Prognose mehr. "Ich habe das schon so oft gesagt und halte lieber den Mund. Wir werden das bestmögliche Baleares sein. Danach beeinflussen viele Dinge, wie zum Beispiel das Glück. Hoffentlich haben wir dieses Jahr ein bisschen davon."