Andalusien kritisiert mangelnden Dialog bei Bahn

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Andalusien kritisiert mangelnden Dialog bei Bahn

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die andalusische Landesregierung wirft dem zentralen Verkehrsministerium in Madrid eine „pessimale“ Verwaltung des regionalen Schienenverkehrs vor. Im Zentrum der Kritik steht der ausbleibende Austausch über eine grundlegende Überarbeitung des Netzes.

Jahrelange Forderungen ohne Resonanz

Wie der regional zuständige Minister für Infrastruktur, Mario Muñoz-Atanet, bei einer Veranstaltung in Sevilla erklärte, versuche seine Behörde bereits seit 2019, Gespräche über eine Reform des Systems zu führen. Man habe Briefe geschrieben, um Treffen gebeten – doch die Antwort sei schlicht „null“. Diese Blockade sei mitverantwortlich dafür, dass die Lage sich stetig verschlechtere.

Als Beleg für diesen Negativtrend nannte der Minister die Fahrgastzahlen. So verzeichne der Nah- und Fernverkehr in Großstädten wie Sevilla oder Málaga deutliche Verluste – im Fall von Sevilla rund zwei Millionen Reisende weniger. Die Ursache sieht er in einer massiven Unterfinanzierung der Instandhaltung. Die Zahl der Züge auf den Gleisen habe sich verdreifacht, das Budget für die Pflege der Infrastruktur sei jedoch nicht entsprechend angepasst worden.

Regionale Ungleichgewichte und mangelnde Koordination

Besonders besorgniserregend sei die Lage in den Provinzen Jaén und Almería. Diese seien praktisch vom Fernverkehr abgeschnitten, beklagte der Minister und verwies auf die Bedeutung des Almeríaer Hafens. Gleichzeitig kritisierte er die mangelnde Abstimmung zwischen den Verwaltungsebenen: Eine Zusammenarbeit mit der Zentralregierung sei faktisch unmöglich, da es an Gesprächsbereitschaft fehle.

Zum Vergleich verwies Muñoz-Atanet auf die Erfolge im eigenen Zuständigkeitsbereich. Bei den von der Region verwalteten Verkehrsmitteln wie U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen habe man die Fahrgastzahlen von 70 auf 150 Millionen pro Jahr fast verdoppeln können.

Bedingungen für eine Kompetenzübertragung

Trotz der harschen Kritik signalisierte der Minister Gesprächsbereitschaft, falls die Zentralregierung die Verantwortung für bestimmte Strecken abgeben möchte. Eine solche Übertragung sei jedoch an klare Bedingungen geknüpft: Die Infrastruktur müsse sich in einem guten Zustand befinden, es brauche eine ausreichende Finanzierung für Ausbauprojekte und qualifiziertes Personal.

In diesem Zusammenhang wies er auf Unterschiede im Umgang mit anderen Regionen hin. Während etwa in Katalonien Abkommen über den Nahverkehr geschlossen worden seien, blieben entsprechende Angebote für Andalusien aus. Die Zahl der formellen Treffen zwischen Ministerien sei in den letzten vier Jahren verschwindend gering gewesen – und wenn eines stattfand, habe man über abstrakte Konzepte statt über konkrete Probleme wie Straßen oder Bahnstrecken geredet. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, zeigte sich der Minister auf die Frage nach einer möglichen Verbesserung der Beziehungen nach einem Regierungswechsel in Madrid nur vage optimistisch. (Europa Press)


Quelle: europapress.es

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