Amtsübergabe in Consell: Ein Rückblick nach einem halben Jahrhundert

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Amtsübergabe in Consell: Ein Rückblick nach einem halben Jahrhundert

von Jonas Beck

Ein Rücktritt nach festgelegtem Plan

Am 13. Juni wird Andreu Isern seinen Rücktritt als Bürgermeister von Consell formalisieren, wie aus dem Sitzungsplan des Gemeinderats hervorgeht. Sein Nachfolger wird am 20. Juni Sonia Daudén von der Partei Som Consell vereidigt. Diese Übergabe ist kein überraschender Schritt, sondern folgt einem bereits 2023 geschlossenen Koalitionsvertrag, wie Isern gegenüber dem Diario de Mallorca erklärte. Demnach stand dem PSOE-PSIB eine dreijährige Amtszeit zu, während Som Consell das vierte Jahr der Legislaturperiode den Bürgermeister stellt.

Die Amtsübergabe markiert das vorläufige Ende einer politischen Karriere, die fast ein halbes Jahrhundert umspannt. Isern war von 1979 bis 1983 erster Stellvertreter des Bürgermeisters. Nach einer Zeit in der Opposition kehrte er 2003 in den Gemeinderat zurück und übernahm zunächst das Sportressort. Seine erste Amtszeit als Bürgermeister begann 2007 durch ein Bündnis mit der Unió Mallorquina. Seit 2011 führte er ununterbrochen die Geschicke der Gemeinde.

Bilanz eines Wachstums

Auf die Frage nach persönlichen Bedauern äußert sich Isern deutlich: „Ich bereue nichts. Es war meine Entscheidung und ich würde sie wieder treffen.“ Die Priorisierung des Amtes vor dem Privatleben, insbesondere gegenüber seiner Ehefrau, habe es oft gegeben, doch er habe sie stets guten Gewissens getroffen. Als sichtbares Zeichen für die Akzeptanz seiner Arbeit wertet er das Wahlergebnis: 2007 sei er mit nur zwei Ratsmitgliedern angetreten, bei der letzten Wahl habe seine Liste fünf Mandate erreicht.

Die sichtbarste Veränderung während seiner Laufbahn ist das demografische Wachstum. Als Isern seine politische Tätigkeit aufnahm, zählte Consell rund 2.000 Einwohner. Heute, so die aktuellen Zahlen, sind es etwa 4.800. Diese Entwicklung erforderte umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen. Zu den Projekten, auf die Isern besonders stolz ist, zählt er die umfassende Rathaussanierung, den Bau eines neuen Krematoriums mit erweitertem Friedhof, eine neue Grundversorgungseinheit für die Gesundheitsversorgung, den Anschluss der Straße von Inca nach Palma an die Autobahn sowie ein Sozialzentrum für Senioren.

Unvollendete Projekte und der Blick nach vorn

Trotz der abgeschlossenen Vorhaben bleiben Wünsche offen. Isern nennt den Neubau einer Bibliothek, ein Theater und die Prüfung der Möglichkeit eines Altenheims als unerledigte Agenda. Diese Projekte seien jedoch nicht vom Tisch, sondern blieben Aufgaben für die Zukunft.

Die künftige Bürgermeisterin Sonia Daudén kann laut Isern auf seine volle Unterstützung sowie die seiner Partei zählen. Dies sei vertraglich vereinbart und spiegle die ausgezeichnete Zusammenarbeit wider. Ein Beleg dafür sei, dass Isern selbst für den Rest der Legislaturperiode als erster Stellvertreter im Amt bleiben werde. Auf die Frage, ob Daudén die kommunalpolitische Maxime, die Bedürfnisse der Bevölkerung über Parteipolitik zu stellen, fortsetzen werde, antwortet Isern mit einer grundsätzlichen Einschätzung: In der Kommunalpolitik müsse man stets die Belange der Einwohner über ideologische Positionen stellen, auch wenn es unterschiedliche politische Stile gebe.

Sein Rat an die Nachfolgerin ist konkret: „Sie soll auf die Straße gehen, denn die Probleme liegen draußen.“ Isern betont, Daudén bringe bereits mehrjährige Erfahrung in der Gemeindeverwaltung mit und sei gut vorbereitet.

Der Wechsel an der Spitze von Consell vollzieht sich somit planmäßig und konsensual. Die politische Kontinuität wird durch die fortbestehende Koalition und die weitere Rolle Iserns als Stellvertreter betont. Ob die angekündigten Großprojekte unter der neuen Führung Realität werden, bleibt eine der zentralen Fragen für die kommenden Jahre.


Quelle: diariodemallorca.es

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