
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Alarm in Almería: Handy-Warnung vor Extremregen
Nächtliche Gefahrenlage an der Küste
Die andalusische Regionalverwaltung hat am Sonntagabend um 20:36 Uhr eine drastische Maßnahme ergriffen. Über das zellulare Warnsystem ES-Alert wurden sämtliche Mobiltelefone in einem Gebiet von 50 Gemeinden der Provinz Almería aktiviert. Die Warnung richtet sich an die Bevölkerung in den meteorologischen Zonen Poniente, der Hauptstadt Almería sowie neun weiteren Ortschaften im Levante.
Wie die Behörde in einer offiziellen Stellungnahme mitteilte, sei der Schritt eine Reaktion auf die Prognose „sehr intensiver" Niederschläge in den frühen Morgenstunden des Montag. Der staatliche Wetterdienst Aemet hat für die betroffenen Regionen bereits eine offizielle Orange-Warnung ausgesprochen, die bis 6:00 Uhr morgens gilt. Die Meteorologen erwarten Niederschlagsmengen von bis zu 50 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde und bis zu 100 Litern innerhalb von zwölf Stunden. Eine weitere Eskalation der Warnstufe auf Rot sei jedoch nicht ausgeschlossen, sollte die Regenintensität weiter zunehmen.
Prävention statt Reaktion
Antonio Sanz, Vizepräsident der Regionalregierung und zuständig für Sicherheit und Notfallmanagement, betonte die Notwendigkeit des vorsorglichen Handelns. Man wolle nicht auf mögliche Gefahrensituationen warten, sondern die Bürger bereits im Vorfeld schützen. „Die Bevölkerung soll informiert und vorbereitet sein", so Sanz wörtlich. Die Verwaltung behält sich vor, die Entwicklung des Unwetters genau zu überwachen und die Einsatzkräfte entsprechend zu koordinieren.
Der an die Smartphones gesendete Text warnt unmissverständlich vor der aktuellen Lage: „Alerta de Protección Civil. Aktivierte Orange-Warnung wegen Regen mit der Möglichkeit, Werte der Rot-Stufe zu erreichen". Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, äußerste Vorsicht walten zu lassen und unnötige Fahrten zu vermeiden. Verlinkt ist zudem eine Informationsseite der Notrufzentrale 112. Bemerkenswert: Die Warnung wurde in zweisprachiger Form – Spanisch und Englisch – versendet, um auch ausländische Bewohner und Touristen in den Küstenregionen zu erreichen.
Verhaltensregeln der Einsatzkräfte
Die Notfallagentur Andalusiens hat angesichts der Hochwassergefahr einen Katalog an Sicherheitshinweisen veröffentlicht. Grundsätzlich gelte: Jegliche unnötige Bewegung während der Unwetterphase sei zu unterlassen. Besonders gefährdet sind Nebenstraßen, unbefestigte Wege und die Nähe zu ausgetrockneten Flussbetten – den sogenannten Ramblas. Selbst scheinbar harmlose Wasserläufe könnten innerhalb kürzester Zeit zu reißenden Strömen werden und Fahrzeuge mitreißen.
Für Anwohner gilt: Bei steigendem Wasserstand sind Kellerräume, Tiefgaragen und Erdgeschosse sofort zu verlassen. Der Aufzug darf nicht benutzt werden. Die Behörden raten, loses Inventar von Balkonen und Terrassen zu räumen, sofern dies gefahrlos möglich ist. In Küstennähe sollen Promenaden, Wellenbrecher und Aussichtspunkte gemieden werden. Auch vor Erdrutschen an Hängen und Böschungen wird gewarnt, weshalb die Distanz zu solchen Geländeformationen erhöht werden sollte.
Besondere Aufmerksamkeit gilt älteren Menschen, Kindern und Personen mit eingeschränkter Mobilität. Der Notruf 112 ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar. Der regionale Hochwasser-Notfallplan PERI wurde vorsorglich in die operative Phase 1 versetzt, um im Ernstfall sofort reagieren zu können.
Quelle: europapress.es