
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
8-Millionen-Paket: Valencias Dana-Hilfe kommt spät
Ein Tropfen auf den heißen Stein?
Fast zwei Jahre nach der verheerenden Dana-Flutkatastrophe, die weite Teile der Region Valencia in Schutt und Asche legte, wagt sich die Generalitat mit einem neuen Förderpaket an die Öffentlichkeit. Acht Millionen Euro sollen die Reparatur beschädigter Fassaden und zerstörter Aufzüge ermöglichen. Man mag sich fragen: Ist das der Befreiungsschlag für die noch immer gezeichneten Immobilienbesitzer – oder lediglich ein weiteres alarmierendes Eingeständnis des schleppenden Wiederaufbaus?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Wie die Regionalregierung mitteilt, stehen für beide Förderlinien jeweils vier Millionen Euro bereit. Doch statt diese dringend benötigten Gelder unverzüglich freizugeben, verpufft das Budget in einem bürokratischen Zeitplan: Jeweils eine Million Euro ist für 2026 vorgesehen, weitere drei Millionen folgen erst 2027. Wer jetzt auf schnelle Hilfe hofft, wird bitter enttäuscht.
Der Schein trügt: Wettbewerb statt Solidarität
Besonders perfide ist die Konstruktion der sogenannten „concurrencia competitiva". Antragsteller müssen sich also gegeneinander behaupten, statt dass die Hilfe dort ankommt, wo der Schaden am größten ist. Die Generalitat mag dies als transparenten Vergabeprozess verkaufen – in Wahrheit ist es ein Rennfahren um knappe Mittel, bei dem die Schwächsten oft leer ausgehen.
Während die Behörden die Regularien im Diari Oficial der Generalitat Valenciana veröffentlichen, bleibt die Frage nach der Umsetzung vor Ort unbeantwortet. Die Erfahrung der letzten Monate lehrt: Anträge versinken in Aktenbergen, Bewilligungen dauern Monate, und die Betroffenen stehen weiterhin vor ruinierten Existenzen. Die nun angekündigte „neue Phase" der Regeneration klingt nach Fortschritt – entpuppt sich bei näherer Betrachtung jedoch als Fortsetzung des gewohnten Verwaltungstheaters.
Was die Realität fordert
Dabei wäre der Bedarf immens. Die neue Förderlinie für Fassaden umfasst zwar ein breites Spektrum an Maßnahmen: vom Gerüstbau über die Reinigung von Putz bis hin zur Erneuerung von Anstrichen. Auch die Aufzugsförderung wurde ausgeweitet – nicht länger nur für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sondern für alle betroffenen Gebäude. Die Summen können sich sehen lassen: bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 50.000 Euro pro Aufzug, immerhin bis zu 6.000 Euro für Fassadenarbeiten.
Doch all diese Versprechungen nützen nichts, wenn das Geld nicht ankommt. Die Generalitat verweist auf den „Plan Endavant" als Teil der Lösung – doch dieser Plan war schon während der unmittelbaren Krisenbewältigung kritisiert worden. Wer die realen Zustände in den betroffenen Gemeinden kennt, weiß: Es fehlt nicht an Ankündigungen, es fehlt an entschlossenem Handeln. Die Menschen in der Comunitat Valenciana brauchen keine wohlklingenden Resolutionen, sie brauchen handfeste Ergebnisse. Und zwar jetzt, nicht in zwei Jahren.
Quelle: europapress.es