
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
66 Messerstiche: Polizist spricht von „beispielloser“ Tat
Prozessauftakt in Palma: Ermittler schildert „unfassbare“ Gewalttat
Im Prozess gegen einen Mann, der im Dezember seine Lebensgefährtin mit 66 Messerstichen getötet haben soll, hat der leitende Ermittler der Mordkommission am Freitag eine erschütternde Aussage gemacht. Der Beamte, der seit 16 Jahren im Dienst ist, erklärte vor dem Schwurgericht in Palma, in seiner gesamten Laufbahn „so eine unfassbare Tat“ nicht erlebt zu haben.
Der Angeklagte soll die Frau im gemeinsamen Auto attackiert haben, während ihre zweijährige Tochter mit im Fahrzeug saß. Die Tat ereignete sich auf dem Weg zur Kita, als das Paar das Kind abholen wollte. Der Ermittler beschrieb die Szene am Tatort: Die Frau wies „unzählige Stichverletzungen“ am gesamten Körper auf, als die Polizei eintraf. Der mutmaßliche Täter war zu diesem Zeitpunkt bereits von der örtlichen Polizei festgenommen worden – er hatte sich blutüberströmt in einen nahegelegenen Park gesetzt und den Beamten bei deren Eintreffen gestanden: „Ich habe meine Partnerin getötet.“
Warum der Notruf nie ausgelöst wurde
Besonders brisant ist die Vorgeschichte der Tat. Gegen den Mann lag bereits eine einstweilige Verfügung vor, die ihm jeglichen Kontakt zur Frau untersagte. Zudem trug er eine elektronische Fußfessel, die seine Bewegungen überwachen sollte. Das System hätte alarmiert werden müssen, als er sich der Frau näherte.
Doch diese Sicherheitsvorkehrung griff nicht. Wie der Ermittler erläuterte, hatte die Frau das Kontrollgerät zu Hause gelassen. Der Angeklagte hatte sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft zuvor mit zahlreichen Anrufen und Nachrichten dazu überredet, sich trotz der Auflagen zu treffen. Unter dem Vorwand, die gemeinsame Tochter abholen zu wollen, bat er sie, die Fußfessel nicht zu tragen.
Flucht endet in Unfallserie
Nach der Bluttat verlor der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug. Mit der Leiche der Frau im Wagen raste er über die Straße, verursachte mehrere Unfälle und kollidierte schließlich mit einem anderen Auto. Das zweijährige Kind erlitt leichte Verletzungen. Der Mann floh zu Fuß, wurde aber kurz darauf von der Polizei gefasst.
Wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift darlegt, wirkte die Gewaltausübung derart massiv, dass mehrere Stiche die Lunge und die Halsschlagader der Frau durchtrennten. Sie starb noch am Tatort. Der Prozess wird in den kommenden Tagen mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt. Wie die Mallorca Zeitung berichtet, muss der Angeklagte mit einer langjährigen Haftstrafe rechnen.
Quelle: europapress.es