20 Festnahmen nach Großrazzia gegen Drogennetzwerk

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Barcelona

20 Festnahmen nach Großrazzia gegen Drogennetzwerk

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Schlag gegen den Großhandel mit Kokain

Die spanische Guardia Civil hat einer kriminellen Organisation ein Ende bereitet, die im Auftrag anderer Banden agierte. Wie die Ermittlungsbehörden am Donnerstag mitteilten, wurden bei der als 'Showtime' bezeichneten Aktion insgesamt 20 Verdächtige festgenommen. Die Operation richtete sich gegen ein Netzwerk, das offenbar als Großhändler für mehrere Abnehmer in Katalonien fungierte.

Die Ermittlungen, an denen auch Europol und die US-amerikanische Drogenbekämpfungsbehörde DEA beteiligt waren, begannen im Mai 2025. Ausgangspunkt war ein Hinweis auf eine Gruppe mit mutmaßlichem Stützpunkt in der Provinz Barcelona. Die Behörden gehen davon aus, dass die Organisation andere kriminelle Strukturen in Katalonien und weiteren Teilen Spaniens mit Kokain belieferte.

Getarnte Lager und doppelte Böden

Im November entdeckten die Ermittler das erste sogenannte "Guardería" – ein Zwischenlager für Drogen – in L'Hospitalet de Llobregat, unweit des Wohnorts des mutmaßlichen Anführers. Dieser soll die Preise festgelegt, Abholorte bestimmt und neue Lieferungen nur gegen Bezahlung früherer Partien freigegeben haben. Die Beschaffung der Drogen lief den Angaben zufolge über Madrid.

Die Organisation war strikt arbeitsteilig aufgebaut: Neben dem Kopf und seinem Kontaktmann zur Lieferquelle gab es Transporteure und Aufseher für die Depots. Ausgeliefert wurden Pakete zu je einem Kilogramm, vakuumverpackt und mit Logos versehen. Als Abnehmer identifizierten die Ermittler mindestens drei Verteiler in der Provinz Barcelona sowie ein Netzwerk in der Region Maresme mit Aktivitäten in Mataró, Sant Andreu de Llavaneres und Pineda de Mar.

Die Beobachtung der Gruppe ergab, dass ein Fahrzeug mit doppeltem Boden für den Transport genutzt wurde. Bei der Ankunft in Katalonien wurde die Ware auf insgesamt sechs Zwischenlager verteilt. Bereits in einer früheren Phase der Ermittlungen stellten die Beamten 5,74 Kilogramm Kokain und 28.000 Euro sicher.

Telefonüberwachung und Geldwäsche-Verdacht

Durch Telefonüberwachung und das Anbringen von Ortungssendern an Fahrzeugen konnten die Ermittler die Hierarchie der Gruppe bestätigen. Darüber hinaus ergaben sich Hinweise auf Geldwäsche: Demnach wurden Konten und Immobilien auf Dritte angemeldet, um die Verbindung zwischen den Beschuldigten und den Drogengeldern zu verschleiern.

Beim mutmaßlichen Anführer stießen die Beamten auf Konten, Grundstücke und ein Fahrzeug, die auf Familienangehörige registriert waren. Auf einem Konto, für das er zeichnungsberechtigt war, fanden sich Einzahlungen in Teilbeträgen von insgesamt 34.050 Euro sowie zwei Überweisungen von je 6.000 Euro mit dem Verwendungszweck "Autozahlung".

Durchsuchungen in vier Provinzen

Ende September schließlich schlug die Stunde der Exekutive: Bei 23 Durchsuchungen in den Provinzen Barcelona, Lleida, Madrid und Alicante wurden neben den Drogen auch 2,8 Kilogramm Methamphetamin und 1,8 Kilogramm MDMA beschlagnahmt. Hinzu kamen 409.275 Euro Bargeld, die Beschlagnahmung von 57 Bankkonten und die Sicherstellung von vier Immobilien im Wert von rund 1,1 Millionen Euro.

In einem Haus in Sant Boi de Llobregat, das als eines der Hauptlager diente, fanden die Beamten eine Pistole mit entfernter Seriennummer samt Schalldämpfer. Dort lagerten auch zwölf Kilogramm Kokain und 50.710 Euro. Insgesamt wurden zudem ein Machete und 43 Mobiltelefone sowie Computer sichergestellt.

Wie die Guardia Civil mitteilte, wurden 13 der 20 Festgenommenen in Untersuchungshaft genommen. Der spanische Regierungsdelegierte in Katalonien, Carlos Prieto, bezeichnete das Vorgehen als "großen Erfolg". Die Organisation werde weder heute noch in absehbarer Zukunft in der Lage sein, ihre Aktivitäten wieder aufzunehmen. Der Artikel basiert auf Informationen von Europa Press.


Quelle: europapress.es

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