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126 Tage unschuldig im Gefängnis: Entschädigung nach Justizirrtum
Ein langer Weg zurück in die Freiheit
Mehr als sechs Jahre nach seiner Freilassung hat der junge Mann, der im Zusammenhang mit dem Mord an Miriam Vallejo in Untersuchungshaft saß, nun offiziell Genugtuung erhalten. Die Audiencia Nacional, Spaniens oberster Strafgerichtshof, hat Sergio S. M. eine Entschädigung von 14.000 Euro zugesprochen. Die Summe soll den immateriellen Schaden abdecken, den er während seiner 126 Tage in Haft erlitten hat.
Zweifelhafte Beweislage
Die Richter stellten in ihrem Urteil klar, dass die damaligen Indizien für eine Untersuchungshaft nicht ausreichten. Zwar war die DNA von Sergio auf einem Kleidungsstück des Opfers gefunden worden – doch dieser Befund allein, so die Kammer, sei kein schlüssiger Beweis für eine Beteiligung an der Tat. Auffällig: An anderen wichtigen Spurenträgern, etwa dem Schal der Getöteten oder unter ihren Fingernägeln, fanden sich keine genetischen Spuren des damals Beschuldigten.
Wie die Zeitung Europa Press berichtet, räumten die Richter in ihrer Entscheidung sogar ein, dass es keine gesicherte Erklärung für den DNA-Befund gebe. Eine mögliche Theorie: Das Kleidungsstück könnte zuvor von der Partnerin des Mannes getragen worden sein – er und seine Freundin teilten sich offenbar Kleidung.
Ein ungelöstes Verbrechen
Der Fall selbst bleibt weiterhin offen. Miriam Vallejo wurde im Januar 2019 auf einem Verbindungsweg zwischen Meco in der Comunidad de Madrid und Villanueva de la Torre in der Provinz Guadalajara tot aufgefunden. Die junge Frau war 25 Jahre alt. Trotz einer Rekonstruktion der Tat im Juni 2025, die neue Erkenntnisse bringen sollte, gibt es bis heute keine öffentlichen Hinweise auf den wahren Täter oder die Täterin.
Die Entschädigung, so das Gericht, berücksichtigt neben der Haftdauer auch die Schwere der damaligen Vorwürfe, die enorme mediale Aufmerksamkeit, die den Mann in seinem privaten und beruflichen Umfeld belastete, sowie nachgewiesene Einkommensverluste. Hinzu kamen die psychischen Folgen der Haft: die Trennung von Familie und gewohntem Umfeld sowie das Leben unter den starren Regeln des spanischen Strafvollzugs.
Quelle: europapress.es