Wirtschaft boomt

Spanien wird nach zwanzig Jahren ein geringeres Defizit aufweisen als Deutschland

Spanien wird nach zwanzig Jahren ein geringeres Defizit aufweisen als Deutschland

Spanien wird nach zwanzig Jahren ein geringeres Defizit aufweisen als Deutschland

Erstmals seit fast 20 Jahren wird Spanien 2026 ein kleineres Haushaltsdefizit als Deutschland haben. Die Bank von Spanien prognostiziert 2,5 Prozent des BIP für 2025 und 2,3 Prozent für 2026. In Deutschland steigt das Defizit laut Sachverständigenrat von 2,3 Prozent 2025 auf 3,1 Prozent 2026, langfristig sind fast 4 Prozent möglich.

Die einstigen Krisenländer – Spanien, Portugal, Italien, Irland und Griechenland – sind heute fiskalisch disziplinierter als die früheren Retter Deutschland und Frankreich.

Warum Spanien boomt

Seit 2022 wächst die Wirtschaft quartalsweise um 3,9 Prozent (Deutschland nur 0,3 Prozent). Der IWF sieht 2026 ein Wachstum von 2,0 Prozent, fast gleichauf mit den USA. Treiber: Zuwanderung, EU-Gelder, niedrige Energiepreise und ein Tourismusrekord.

2025 kommen voraussichtlich über 94 Millionen ausländische Touristen. Bis September waren bereits 76,5 Millionen da, allein im August 11,3 Millionen (+2,9 Prozent). Die Besucher geben 2025 rund 113 Milliarden Euro aus. Der Sektor macht 16 Prozent des BIP aus und sichert 3,2 Millionen Jobs (14,4 Prozent der Beschäftigung).

Zusätzlich hilft die politische Lähmung: Seit 2023 gibt es keinen neuen Haushalt – der Etat von 2023 wird automatisch verlängert, neue große Ausgaben sind blockiert.

Märkte und Risiken

Der Renditeaufschlag spanischer zehnjähriger Anleihen zu deutschen Bunds liegt bei nur 0,5 Prozentpunkten – Tiefststand seit vor der Eurokrise. Spanien borgt günstiger als Frankreich.

Dennoch bleibt die Staatsverschuldung hoch: 100,4 Prozent des BIP (Deutschland 64,4 Prozent). Die Bank von Spanien warnt vor wenig Spielraum bei der nächsten Krise.

Deutschland öffnet die Kassen

Unter Kanzler Friedrich Merz sind bis zu eine Billion Euro neue Schulden in zehn Jahren für Infrastruktur und Verteidigung geplant – Kritiker bemängeln jedoch auch Steuersenkungen und Sozialausgaben statt reiner Investitionen.

Quelle: Berliner Zeitung und FT.com

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