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Personalmangel

Patienten teilen stundenlang Zimmer mit Verstorbenen im Krankenhaus Guadalhorce

6. Juni 2025
Guadalhorce Krankenhaus in Malaga: Moderne Klinik mit Notaufnahme und medizinischer Versorgung.

Ein Vorfall, der zeigt, wie dramatisch die Personalkrise in spanischen Krankenhäusern geworden ist.

Was in der Nacht zum Donnerstag im Hospital del Guadalhorce in Cártama passierte, macht deutlich, wie prekär die Situation in vielen spanischen Krankenhäusern geworden ist. Zwei Patienten starben auf der Station für Innere Medizin – ihre Zimmergenossen mussten über vier Stunden lang neben den Verstorbenen ausharren.

Nur zwei Pfleger für das ganze Krankenhaus

Der Grund für diese unwürdige Situation liegt auf der Hand: Personalmangel. Nachts arbeiten im Hospital del Guadalhorce nur zwei Pflegekräfte – für das gesamte Krankenhaus. Die Gewerkschaft CSIF spricht von einer „absolut unzureichenden“ Personalausstattung, die „alle Bereiche und Stationen“ betrifft.

Diese Unterbesetzung führt regelmäßig zu „unerträglichen Situationen“, wie die Gewerkschaft berichtet. Der aktuelle Fall ist nur die Spitze des Eisbergs.

Krankenhaus weist Kritik zurück

Die Klinikleitung sieht das Problem woanders. Eine Sprecherin erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur EFE, die Verzögerung sei auf „bürokratische Abläufe“ zurückzuführen. Konkret habe die Ausstellung der Todesbescheinigung Zeit benötigt, nicht das fehlende Personal.

Die Erklärung wirkt jedoch wenig überzeugend. Wenn zwei Pflegekräfte ein ganzes Krankenhaus betreuen müssen, sind Verzögerungen bei allen Abläufen praktisch unvermeidlich.

Teil eines größeren Problems

Das Hospital del Guadalhorce ist eine Außenstelle des Hospital Virgen de la Victoria in Málaga. Da dort die Betten knapp werden, verlegt man Patienten nach Cártama – allerdings ohne die Personalausstattung entsprechend anzupassen.

Das Ergebnis: Nicht nur die nächtlichen Abläufe leiden unter der Unterbesetzung. Auch Operationen werden abgesagt und Patienten müssen zwischen den Standorten hin- und hergeschoben werden.

Mehr als nur ein Einzelfall

Die Gewerkschaft CSIF fordert dringend mehr Pflegekräfte für den Nachtdienst. Ihre Kritik ist berechtigt: Was hier passiert, betrifft nicht nur die Würde der Verstorbenen, sondern auch das Wohlbefinden der lebenden Patienten.

Die Klinikleitung hat sich bei den betroffenen Angehörigen entschuldigt und ihr „Engagement für Respekt und Würde“ betont. Doch Entschuldigungen allein reichen nicht aus, wenn die strukturellen Probleme bestehen bleiben.

Systemische Lösung gefragt

Dieser Vorfall zeigt exemplarisch, wie Personalmangel die Qualität der Gesundheitsversorgung gefährdet. Solange Krankenhäuser mit minimaler Besetzung betrieben werden, sind solche Situationen unvermeidlich.

Die Patienten und ihre Familien haben Anspruch auf eine würdevolle Behandlung – auch im Tod. Dafür braucht es mehr als Entschuldigungen: Es braucht eine angemessene Personalausstattung.

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