In Manilva kam es am Dienstagnachmittag, 25. 11. 2025, zu einem schrecklichen Vorfall: Ein fünf Jahre alter Junge wurde von einem E-Scooter („patinete“) erfasst und verletzt. Der jugendliche Fahrer flüchtete vom Unfallort, ohne sich um das Kind zu kümmern.
Der kleine Junge musste mit einer Ambulanz ins Krankenhaus nach Estepona gebracht werden. Dort stellten die Ärzte Prellungen, Hämatome und Abschürfungen fest.
Wie kam es zu dem Unfall?
Gegen 16 Uhr ging bei der Notrufzentrale 112 Andalucía ein Anruf ein. Ein Zeuge meldete, dass in der Calle Utopía – einer steilen Straße in der Nähe der Polizeistation – ein Kind von einem E-Scooter angefahren wurde. Am Steuer des Scooters saß ein etwa 13-jähriger Jugendlicher. Die Rettungskräfte und die örtliche Polizei wurden sofort alarmiert.
Die Polizei konnte den mutmaßlichen Unfallverursacher bereits ausfindig machen, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Welche Konsequenzen ihm drohen, ist allerdings noch unklar.
„Es ging alles so schnell“
Der Unfall passierte, als der Junge mit seiner Oma Sonia ins Auto steigen wollte. Sie wollten eigentlich zur Musikschule fahren. „Es ging alles so schnell“, erzählt die Oma gegenüber der Zeitung. Plötzlich sei der E-Scooter mit „wahnsinniger Geschwindigkeit“ angerast gekommen. „Wir haben ihn gar nicht gesehen. Er hat ihn einfach umgefahren, ihn hochgehoben und er ist hingefallen“, schildert Sonia die dramatischen Sekunden.
Sofort eilte die Oma ihrem Enkel zu Hilfe. „Er lag auf dem Boden, blutete und klagte über Schmerzen im Nacken“, so Sonia. Auch Nachbarn wurden aufmerksam und alarmierten die Rettungskräfte. Die Oma brachte den Jungen in ihrem Auto in Sicherheit, bis die Sanitäter eintrafen.
Fahrer flüchtete nach dem Unfall
Nach dem Zusammenstoß flüchtete der Scooter-Fahrer, berichtet die Oma. Ein anderer Jugendlicher, der die Straße runterkam, konnte ihn kurz darauf stellen. Doch der Fahrer kehrte nur zurück, um seinen beschädigten Scooter zu holen. „Ich sagte ihm: Bleib hier, die Polizei kommt!“, erzählt Sonia. Doch er ignorierte sie und verschwand, ohne Hilfe zu leisten.
Die Familie geht davon aus, dass der Fahrer minderjährig war. Er trug einen weißen Trainingsanzug und hatte lockiges Haar. Die Polizei hatte wohl schon vorher Hinweise erhalten, dass ein Jugendlicher mit einem Scooter in der Gegend gefährliche Manöver durchführt. „Sie hatten ihn gesehen, wie er Wheelies gemacht hat“, so Sonia.
Die Straße, in der sich der Unfall ereignete, sei besonders gefährlich, betont die Oma. „Es ist eine sehr steile Straße, nur bergauf. Er kam aus der entgegengesetzten Richtung, bergab“, klagt sie. Er sei so schnell gewesen, dass weder sie noch ihr Enkel reagieren konnten: „Er fuhr direkt an unserem Auto vorbei. Er kam runter und hat uns gefunden“, erzählt sie.
Die Familie will bei der örtlichen Polizei Anzeige erstatten und ein ärztliches Attest vorlegen, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Der Junge hatte eine schmerzhafte Nacht und sein Auge ist angeschwollen. „Es war ein sehr harter Tag. Mein Junge hat so viel geweint“, sagt die Oma sichtlich mitgenommen.
Quelle: SUR
