Nach dem großflächigen Stromausfall schieben sich die Akteure gegenseitig die Schuld zu. Der Netzbetreiber Red Eléctrica wehrt sich gegen die Vorwürfe aus dem Regierungsbericht und sieht die Verantwortung bei den Energieversorgern. Gleichzeitig schließt der Chef von Red Eléctrica, Roberto Corredor, einen Rücktritt aus.
Der Regierungsbericht hatte Red Eléctrica Versäumnisse bei der Programmierung von Kraftwerken vorgeworfen. Red Eléctrica kontert nun, dass konventionelle Kraftwerke – Erdgas, Atom und Kohle – ihren Betrieb nicht ordnungsgemäß aufgenommen hätten. Hätten sie das getan, „hätte es keinen Blackout gegeben“, so die Argumentation.
Ressourcen nicht effektiv genutzt?
Concha Sánchez, die Generaldirektorin des Unternehmens, betonte auf einer Pressekonferenz, dass die Programmierung ausreichend Ressourcen zur Verfügung gestellt habe, um die Spannung im System zu stabilisieren. Allerdings seien diese Ressourcen „nicht effektiv bereitgestellt“ worden.
Ursache in Photovoltaikanlage vermutet
Zudem führt Red Eléctrica die „erzwungenen Schwingungen“ kurz vor dem Blackout auf eine fehlerhafte Photovoltaikanlage in der Provinz Badajoz zurück. „Es ist nicht das erste Mal, dass wir diese Vorkommnisse beobachten“, so die technische Direktorin. Die Ursache müsse durch den Eigentümer der Anlage geklärt werden.
Keine Entschädigungszahlungen geplant
Auf die Frage nach Entschädigungszahlungen erklärte Red Eléctrica, dass die Zuständigkeit bei der Nationalen Kommission für Märkte und Wettbewerb (CNMC) oder den Gerichten liege. Derzeit sehe man jedoch „keine Veranlassung, eine Entschädigung zu übernehmen“, so Roberto García, CEO von Redeia.
Umfangreiche Informationen bereitgestellt
Red Eléctrica betonte, alle verfügbaren Informationen an die zuständigen Stellen weitergeleitet zu haben, darunter das Untersuchungsgericht, das Regierungskomitee und die CNMC. Corredor kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die von den Energieversorgern angeforderten Daten nicht immer „die gewünschte Qualität hatten oder vollständig waren“.