Torremolinos probt den Ernstfall.
Alarm am Strand – Was tun, wenn…?
Am Strand flanieren, die Sonne genießen, im Meer baden – Urlaubsfreuden pur. Doch was passiert, wenn ein Kind auf einem Paddleboard abdriftet oder ein Jetski-Unfall passiert? Glücklicherweise verlässt sich Torremolinos nicht auf den Zufall, sondern probt den Ernstfall. Kürzlich wurden zwei großangelegte Notfallübungen durchgeführt, um die Reaktionsfähigkeit von Rettungsschwimmern, Zivilschutz, örtlicher Polizei und Strandhelfern auf Herz und Nieren zu prüfen.
Koordination ist Trumpf
Miguel Domínguez, der zuständige Stadtrat für Strände, und Francisco Cerdán, Tourismusbeauftragter der Mancomunidad de Municipios de la Costa del Sol Occidental, machten sich persönlich ein Bild von dem Geschehen. Ihr Fazit dürfte positiv ausfallen sein. Die Übungen zeigten, wie reibungslos die Zusammenarbeit der verschiedenen Dienste funktioniert.
Domínguez betonte, dass nicht nur Rettungsschwimmer in den Wachtürmen und am Strand präsent sind, sondern auch umfangreiches Material zur Verfügung steht: Krankenwagen, Zodiac-Boote, Jetskis – alles, um im Notfall schnellstmöglich Hilfe leisten zu können. Die Übungen dienen dazu, die Wirksamkeit der bestehenden Protokolle zu überprüfen und zu optimieren.
Szenario 1: Verschwundener Junge, große Aufregung
Bei der ersten Übung in Playamar trieb ein Junge mit einem Paddleboard ab. Nach der Rettung erlitt er einen Angstanfall und musste von einem Krankenwagen behandelt werden. Doch damit nicht genug: Es stellte sich heraus, dass keine Angehörigen vor Ort waren. Dank eines Armbands mit einem Code wurde jedoch der Vermisstenalarm ausgelöst. Die Strandhelfer konnten die Familie ausfindig machen und zum Jungen bringen.
Szenario 2: Jetski-Unfall, höchste Vorsicht geboten
Die zweite Übung fand in La Carihuela statt. Hier wurde ein Jetski-Unfall simuliert. Die Rettungsschwimmer und der Jetski-Rettungsdienst eilten zur Hilfe. Da der Verdacht auf eine Rückenmarksverletzung bestand, wurden die entsprechenden Protokolle und Materialien eingesetzt. Dieses Szenario verdeutlichte, wie wichtig die korrekte Handhabung solcher Notfälle ist, um weitere Schäden zu vermeiden.
Mehr Sicherheit durch moderne Technik
Die Übungen dienten nicht nur dazu, die Reaktionszeiten zu messen und die Rettungsprotokolle zu überprüfen, sondern auch, die Koordination zwischen Strandhelfern und der Polizei zu verbessern. Während der Sommermonate unterstützen 15 Strandhelfer die örtliche Polizei bei der Überwachung des Küstenabschnitts.
Torremolinos setzt auf ein umfassendes Sicherheitskonzept, das von Anfang Juni bis Ende September in Kraft ist. Rund 40 Fachkräfte des Unternehmens Ambumar S&A gewährleisten die Sicherheit der Badegäste und Strandnutzer. Zum Einsatz kommen unter anderem elf fest installierte Wachtürme, ein Rettungsboot, zwei Jetskis, ein Krankenwagen, zwei Sanitätsstationen und ein Schnellinterventionsteam.
Neu in diesem Jahr ist ein Videoüberwachungssystem, mit dem die Strände in Echtzeit überwacht werden können. So können die Einsatzkräfte die Situation besser einschätzen und die Rettungsmaßnahmen koordinieren. Und für die Kleinsten gibt es ein Ortungssystem per Armband, das kostenlos in den Servicestationen erhältlich ist.