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Hohe Nachfrage

Bahnfahren: Teurer denn je?

10. Juni 2025

Die Ankündigung klang vielversprechend: Deutlich mehr Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Málaga und Madrid sollten die Ticketpreise purzeln lassen. Doch die Realität sieht anders aus. Trotz verdoppelter Zugfrequenz erleben Reisende eine böse Überraschung: Die Preise explodieren, insbesondere für kurzfristige Buchungen.

Angebot und Nachfrage im Ungleichgewicht

Die stark gestiegene Nachfrage, vor allem an Wochenenden, lässt die Preise in ungeahnte Höhen schnellen. Ein Blick auf das Wochenende Ende Juni zeigt das Dilemma: Durchschnittlich 80 Euro kostet die Fahrt mit Renfe in Richtung Norden. Die Konkurrenz von Iryo und Ouigo ist kaum günstiger. Dabei wirbt Renfe auf ihrer Webseite mit „Super-Sommerpreisen“ und „tausenden Plätzen unter 20 Euro“. Eine Farce, wenn man die tatsächlichen Preise betrachtet.

Langfristige Buchung als Ausweg?

Wer frühzeitig bucht, kann tatsächlich Schnäppchen ergattern. Für Mitte Juli sind Tickets ab 15 Euro erhältlich. Doch auch hier gilt: Spätere Züge, die bei Reisenden begehrt sind, kosten schnell das Vielfache. Die privaten Anbieter Iryo und Ouigo locken mit etwas niedrigeren Durchschnittspreisen. Dennoch bleibt die bittere Erkenntnis: Flexibilität wird teuer bestraft.

Rekordverdächtige Zugfrequenzen

Dabei könnte man meinen, die schiere Anzahl an Verbindungen sollte für sinkende Preise sorgen. Mit 26 täglichen Verbindungen in jede Richtung wird ein Rekord aufgestellt. Alle drei Betreiber – Renfe (mit AVE und Avlo), Iryo und Ouigo – haben ihre Kapazitäten aufgestockt. Ouigo hat seine Frequenzen sogar verdoppelt.

Konkurrenzkampf ohne Preiskampf?

Ouigo preist sich selbst als „Demokratisierer der Hochgeschwindigkeit“ an und setzt auf doppelstöckige Züge mit hoher Kapazität. Renfe kontert mit bis zu 15 Verbindungen pro Richtung, während Iryo im August bis zu sieben Züge anbietet. Dennoch scheint der Preiskampf auf der Strecke zu bleiben.

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