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Kriminelle Organisation

Großrazzia gegen Betrügerbande in Andalusien: Schaden von fast einer halben Million Euro

9. Juni 2025

Die spanische Nationalpolizei hat eine groß angelegte Betrugsoperation aufgedeckt und dabei 16 Personen festgenommen. Die kriminelle Vereinigung hatte durch raffinierte Telefonbetrugsmaschen einen Gesamtschaden von 488.000 Euro verursacht.

Professionelle Struktur mit landesweitem Netzwerk

Bei den Festgenommenen befinden sich die fünf mutmaßlichen Haupttäter, die ihre Operationen von den andalusischen Städten San Fernando und La Línea de la Concepción aus koordinierten. Die Ermittler identifizierten insgesamt 207 Geschädigte aus ganz Spanien.

Die Bande operierte mit beachtlicher Professionalität: Sie wechselten kontinuierlich ihre Standorte, mieteten Ferienwohnungen für ihre Aktivitäten und nutzten ein Netzwerk von mindestens 83 verschiedenen Telefonnummern. Darüber hinaus verfügten sie über ein landesweites Netz sogenannter „Finanzagenten“, die bei der Geldwäsche halfen.

Einschüchterung als Druckmittel

Besonders perfide: Wenn die Betrüger nicht zum Ziel kamen, schreckten sie nicht vor Drohungen zurück. Sie behaupteten, alle persönlichen Daten ihrer Opfer zu besitzen und drohten damit, in deren Namen Kredite aufzunehmen oder sie sogar zu entführen.

Zwei Hauptbetrugsmaschen im Fokus

Die Ermittler deckten zwei Hauptmethoden auf:

Die erste Variante war der „falsche Bankangestellte“-Betrug. Dabei gaben sich die Täter als Sicherheitsmitarbeiter von Banken aus und gaukelten ihren Opfern vor, deren Konten seien kompromittiert worden. Unter dem Vorwand, das Problem zu lösen, leiteten sie die Geschädigten dazu an, selbst Überweisungen auf Konten der Betrüger zu tätigen.

Die zweite Methode war der „umgekehrte Bizum“-Trick. Hier kontaktierten die Betrüger Personen, die Gegenstände auf Verkaufsplattformen anboten. Sie gaben vor, per Bizum (spanisches Bezahlsystem) bezahlen zu wollen, aber aufgrund ihrer Geschäftsbank-Verbindung müsse das Opfer die Überweisung initiieren. Durch geschickte Manipulation sendeten die Opfer schließlich Geld, anstatt es zu erhalten.

Umfangreiche Beweissicherung

Bei acht Durchsuchungen in verschiedenen Gemeinden der Provinz Cádiz stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher:

  • Kryptowährungen im Wert von 65.000 Euro
  • 6.500 Euro Bargeld
  • Zahlreiche elektronische Geräte
  • Luxusgegenstände und Schmuck
  • Betäubungsmittel
  • Zwei Waffen
  • Zwei Fahrzeuge

Komplexe Geldwäsche-Struktur aufgedeckt

Die Analyse der sichergestellten Geräte brachte das wahre Ausmaß der Operation ans Licht. Ursprünglich waren 160 Opfer mit einem Schaden von 310.000 Euro bekannt. Durch die Auswertung der Beweismittel konnten weitere 47 Geschädigte identifiziert werden, wodurch sich der Gesamtschaden auf 488.000 Euro erhöhte.

Die Bande nutzte ein ausgeklügeltes System aus über 85 Bankkonten, um die Herkunft des Geldes zu verschleiern. Teilweise investierten sie die Beute auch in Online-Käufe von Elektronik und Schmuck.

Haftbefehle für Haupttäter

Die fünf Hauptverantwortlichen der Organisation wurden in Untersuchungshaft genommen. Die Ermittlungen der Cyber-Kriminalitätsabteilung dauern an, weitere Festnahmen sind nicht ausgeschlossen. Über 80 Bankkonten wurden mittlerweile gesperrt.

Der Fall zeigt eindrücklich, mit welcher Raffinesse moderne Betrügerbanden operieren und wie wichtig es ist, bei unerwarteten Anrufen von angeblichen Bankmitarbeitern äußerste Vorsicht walten zu lassen.

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