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Biogas

Anwohner gegen Bioabfallanlage in Los Montesinos

8. Juni 2025
Biogasanlage mit goldenen Rohren. Nachhaltige Energieerzeugung aus Biogas.

Die Vega Baja boomt – Neubauten schießen seit Jahrzehnten aus dem Boden. Doch was mit dem ganzen Müll passiert, den die neuen Bewohner produzieren? Bisher Fehlanzeige! Die EU macht Druck, nationale Gesetze fordern eine Lösung. Und genau da liegt das Problem.

Gestern Abend demonstrierten über tausend Menschen in Los Montesinos gegen die Entscheidung des Stadtrats, ein Gelände für eine Bioabfallanlage zur Verfügung zu stellen.

Bürgerinitiative gegen die Anlage

Die Proteste wurden von der Bürgerinitiative „Plataforma NO A La Planta de Basura Orgánica“ organisiert. Sie betonen, dass es ihnen nicht um Politik oder Klimawandel-Leugnung geht, sondern um konkrete Sorgen.

Angst vor Geruchsbelästigung und Gesundheitsrisiken

Die Hauptargumente der Anwohner: Die Anlage wird „unangenehme und anhaltende Gerüche“ verursachen, die das Leben in der Stadt beeinträchtigen. „Wir werden unsere saubere Luft und die entspannten Straßen verlieren.“ Die saubere Luft ist sogar im Tourismus-Slogan der Stadt verankert: „Meeresbrise, Aromen von Orangenblüten“.

Zudem befürchten die Anwohner, dass die Anlage Methan freisetzt, was nicht nur schädlich für das Klima ist, sondern auch ihre Gesundheit gefährden könnte.

Wirtschaftliche Bedenken

Die Bürger fürchten außerdem, dass die Anlage Unternehmen abschrecken und somit nachhaltiges Wirtschaftswachstum verhindern könnte. Auch eine Wertminderung von Grundstücken und Immobilien wird befürchtet.

Kompensation zu niedrig?

Die finanzielle Entschädigung, die die Stadt für die Anlage erhalten würde (22.000 Euro pro Jahr und 4 Euro pro Tonne bis zu einer Kapazität von 4.408 Tonnen pro Jahr), sei angesichts des „irreversiblen Schadens für unsere schöne Stadt“ völlig unzureichend. „Diese Investition wird nicht den Wohlstand bringen, den wir brauchen, sondern die Zukunft von Los Montesinos gefährden,“ so die Anwohner.

Standort in der Kritik

Das 3.500 Quadratmeter große Gelände befindet sich im Industriegebiet Levante II, wo es Bars, ein Hotel, eine evangelische Kirche, Geschäfte, Tankstellen usw. gibt. Das Gelände ist weniger als einen Kilometer von der Stadt und der Urbanisation La Herrada, 200 Meter von einigen isolierten Häusern und 600 Meter vom Naturpark Lagunas de La Mata und Torrevieja entfernt.

Mangelnde Information und Transparenz

Die Demonstranten ärgern sich auch über mangelnde Information und Vorankündigung. Die Stadtratssitzung, in der die Entscheidung getroffen wurde, wurde mit weniger als 24 Stunden Vorlaufzeit einberufen. Die Anwohner erfuhren davon erst durch die Presse, nicht durch das Rathaus. Eine Informationsveranstaltung für die Bürger fand erst am Vorabend des Protests statt.

Die wenigen Informationen über das Projekt waren auf der Website des Abfallwirtschaftsverbands Vega Baja zu finden, die sich jedoch nicht auf das spezifische Gelände bezogen. Dieses war ursprünglich für Freizeit-/Sportzwecke oder eine Recycling-Deponie vorgesehen – ein Vorschlag, dem die Anwohner positiv gegenüberstanden.

Daher argumentieren sie, dass sie nicht beurteilen können, ob der Standort geeignet ist, solange der Verband seinen Bioabfallplan für die gesamte Vega Baja nicht überarbeitet hat.

Angst vor Erweiterung

Schließlich befürchten die Anwohner, dass es keine Garantie dafür gibt, dass die Anlage zu einem späteren Zeitpunkt nicht erweitert wird, wenn die Region mehr Müll produziert als die maximale Kapazität.

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